November 11, 2017

Rezension | Colleen Hoover | Nur noch ein einziges Mal

Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …

Meine Meinung

Colleen Hoover und ihre Bücher sind mittlerweile zu einem absoluten Muss geworden. Jede neue Geschichte wird einfach sofort verschlungen. Man wartet in der Regel monatelang darauf etwas Neues in der Hand halten zu können. Wohlwissend, dass der ganze Spaß innerhalb weniger Stunden wieder vorbei sein wird. Und sobald das neuste Werk vor einem liegt, fragt man sich, wird man es wieder lieben? Frau Hoover und ich, dass ist so eine Never-Ending-Love/Hate Story. Nicht weil ich ihre Bücher hasse! Das genaue Gegenteil ist der Fall. Natürlich gibt es vereinzelt Bücher, die mich nicht gänzlich überzeugen konnten, aber nein. Diese Love-Hate-Story bezieht sich darauf, dass ich die Bücher von der Autorin so liebe, weil ich sie gleichzeitig hasse. Und ganz besonders „Nur noch ein einziges Mal“.

Kaum eine andere Autorin schafft das, was Colleen Hoover fast jedes Mal schafft. So auch in „Nur noch ein einziges Mal“. Bereits die Originalausgabe wurde heftig diskutiert. Und nach dem Lesen des Buches kann ich dies mehr als nachvollziehen. Colleen Hoover ist dafür bekannt, dass ihre Geschichten ab einem gewissen Punkt eine Wendung nehmen, die man so nicht hat kommen sehen. Als Leser wartet man schon im Vorfeld sehnsüchtig - und auch ein bisschen ängstlich - darauf. Und in „Nur noch ein einziges Mal“ hat mir diese Wendung nicht nur mehrmals mein kleines Leserherz gebrochen, sondern mich in einen heftigen Konflikt gerissen. 

Ich werde auf diese besagte Wendung im Plot nicht näher eingehen, weil ich finde, dass man sich blind auf „Nur noch ein einziges Mal“ einlassen sollte. Dass man genauso wie Lily all diese Gefühle durchlebt. All die Liebe und die inneren Konflikten. Und den Schmerz. So viel Schmerz, der sich direkt in mein Herz gebohrt hat, weil ich es so gut nachvollziehen konnte. Diese Zerrissenheit, weil man nicht wollte, dass das, was da gerade geschah, wirklich passierte. Ich wollte mit solch einer Heftigkeit, die ich selten beim Lesen erlebt habe, dass Colleen Hoover die Geschichte anders gestaltet. Dass die Charaktere nicht so handeln, wie sie gehandelt haben. Das sich das Leben zweier Menschen nicht durch die Tat eines Momentes so drastisch - und auch unwiderruflich - ändert. Ich habe „Nur noch ein einziges Mal“ geliebt, weil ich es gleichzeitig gehasst habe. Lilys Zerrissenheit war auch meine Zerrissenheit. Ihre inneren Konflikte wurden zu meinen. 

Fazit

„Nur noch ein einziges Mal“ ist zu Recht das meist diskutierte Werk von Colleen Hoover. Die Geschichte um Lily und Ryle hat mich mit einer Heftigkeit fühlen lassen, die ich bei Büchern nur selten erlebt habe. Die Story hat mich auf solch eine intensive Art und Weise emotional berührt, dass ich schon jetzt weiß, dass die Geschichte noch lange, lange Zeit nachklingen wird. „Nur noch ein einziges Mal“ ist für mich mit Abstand das beste Buch der Autorin, weil es brutal ehrlich ist und deshalb auch hässliche Stellen hat, die ich aus tiefstem Herzen gehasst habe - und doch gleichzeitig auch geliebt. 

5/5 Punkte

dtv Verlag - engl. Original "It Ends with Us" - Übersetzt von Katharina Ganslandt - BR (416 Seiten) - 14,95 EUR - Verlagsseite - Amazon*

Kommentare:

  1. Wow...
    Das Buch ist hiermit auf meine Wunschliste gewandert!

    Schöne Rezi.

    Liebe Grüße
    Luna

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  2. Ich hab tatsächlich noch nicht ein Buch von Hoover gelesen. Dies soll mein erstes sein!

    Neri, Leselaunen
    http://www.leselaunen.net

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