Oktober 05, 2017

Rezension | Leigh Bardugo | Das Lied der Krähen

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen. Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej.

Meine Meinung

Lange Zeit mussten die Fans von Leigh Bardugo auf ein neues Buch von ihr warten. Zumindest auf die deutsche Ausgabe. Denn das englische Original „Six of Crows“ hat in den USA nicht nur die Bestsellerlisten gestürmt, sondern viele Blogger und Leser in absolute Begeisterungsstürme versetzt. Natürlich war die Erwartung beim Lesen demnach enorm hoch. Da ich die „Grischa“-Trilogie der Autorin damals heiß und innig geliebt hatte, und auch „Das Lied der Krähen“ zumindest in der gleichen Grischawelt spielt, brannte es mir förmlich unter den Fingern dieses Buch zu lesen. Und was soll ich sagen, Leigh Bardugo verzaubert erneut und liefert eine Geschichte, bei der ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll meine Lobeshymnen zu starten.

Vorneweg, „Das Lied der Krähen“ kann unabhängig von der „Grischa“-Trilogie gelesen werden, allerdings glaube ich auch, dass es nicht schaden kann diese vorher zu kennen. Da man doch mit den recht vielen neuen Begriffen einfach schon vertraut ist und zuordnen kann. Daher hatte ich auch überhaupt keinerlei Schwierigkeiten in die Geschichte abzutauchen. Innerhalb weniger Seiten hatte mich Leigh Bardugo bereits wieder in ihren Bann gezogen, sodass ich absolut nicht aufhören konnte zu lesen. Ich habe jede einzelne Seite mit absolutem Genuss gelesen, wollte immer mehr und hatte doch gleichzeitig schon leichte Angst, dass dieses kleine Meisterstück von Geschichte wieder bald vorbei sein sollte. 

Ich weiß gar nicht, wo ich mit meinen Lobeshymnen anfangen soll. Bei der Komplexität des Plotes, der vielschichtigen und absolut genialen Charakteren oder dem unverwechselbaren und humorvollen Schreibstil der wundervollen Leigh Bardugo. Ihr Stil Geschichten zu erzählen ist schlicht und einfach genial. Was sie in „Das Lied der Krähen“ gezaubert hat, ist ein kleines Meisterwerk der Fantasy. Und all dies ohne jeglichen Kitsch und triefender - und oft einfach auch unpassender - Romantik. Und das sage ich, die eigentlich großer Fan von triefender Romantik ist. Denn das hat „Das Lied der Krähen“ gar nicht nötig. Natürlich ist auch das Buch nicht komplett ohne. Aber die eingebauten Liebesgeschichten sind nicht aufdringlich bis kaum vorhanden. Mehr Andeutungen und nur mit leisen Worten beschrieben. Und vielleicht gerade deswegen auch so mitreißend. 

Leigh Bardugo überlässt viel der Fantasie des Leser und konzentriert sich mehr darauf den Charakteren Tiefe und Leben einzuhauchen. Alle sechs Protagonisten sind so unterschiedlich und jeder hat seine eigenen Macken und Schwächen und zusammen ergeben sie einen Haufen von Außenseitern, die mit ihrer Komplexität mein Herz im Sturm erobert haben. Ich könnte jetzt vielleicht einen Lieblingscharakter nennen, aber wenn ich es genau betrachte, dann wäre diese Figur ohne die anderen drum herum, nicht derselbe. Nur zusammen ergeben sie ein Bild, dass ich mir am liebsten an die Wand hängen würde. Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band um Kaz, Inej, Matthias, Nina, Jesper und Wylan lesen zu können.

Fazit

„Das Lied der Krähen“ von Leigh Bardugo ist ein absolut mitreißender und komplexer Auftakt, der mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut begeistert hat. Geniale Charaktere mit enormer Vielfalt, ein Plot voller Komplexität und absolut packend und ein wundervoller und humorvoller Schreibstil der Frau Bardugo. Großartige Unterhaltung auf sehr hohem Niveau und daher auch eine absolute Leseempfehlung!

5/5 Punkte

Knaur Verlag - engl. Original "Six of Crows" - Übersetzt von Michelle Gyo - BR (592 Seiten) - #1 - 16,99 EUR - Verlagsseite - Amazon*Thalia*


Weitere Meinungen zum Buch

Damaris liest. - MyBookBlog - His and her books - Wortmalerei - Favolas Lesestoff


Kommentare:

  1. Hallöchen Kate =)

    Junge, Junge, Junge... das nenne ich mal eine Lobeshymne! Ich kann gar nicht anders, das Buch wandert direkt auf meine Wunschliste =). Ganz besonders die tolle Charaktere und der Schreibstil machen mich neugierig.

    LG
    Anja

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  2. Hey hey! ♥

    Heieiei, wieder einmal einer dieser Momente, in denen ich mir in den Allerwertesten treten könnte! :-D Da schlummert die englische Ausgabe dieses Schatzes nun schon seit Monaten auf meinem SuB und ich habe es noch immer nicht geschafft, ihn zu lesen. ♥ Das muss ich jetzt wirklich schleunigst ändern. Deine Besprechung ist wundervoll und mich juckt es jetzt richtig in den Fingern, mir das Buch zu schnappen und loszulegen!

    Viele sonnige Grüße,
    Nana

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  3. Liebe Kate,

    ich habe Grischa auch vor ein paar Jahren gelesen und mir gestern dieses Buch gekauft. Bis eben wusste ich aber gar nicht, dass die Story in der gleichen Welt spielt...
    Danke, für den Hinweis. ;)
    Dein Fazit macht auf jeden Fall Lust auf mehr und ich bin schon sehr gespannt, wie mir das Buch wohl gefallen wird.

    Liebe Grüße
    Ramona

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  4. Liebe Kate,
    ich hatte dieses Buch erst kürlich in der Hand und war mir nicht sicher, ob ich es nun lesen soll oder doch nicht.
    Nachdem ich nun deine Rezi gelesen habe, werde ich es mir doch noch holen.
    LG Julia
    von juliasleseblog.blogspot.co.at/

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