Januar 02, 2017

Rezension | Naomi Novik | Das dunkle Herz des Waldes

Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt: das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss. Doch jenseits des Flusses liegt der Dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der »Drache«, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe: Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen. Der Zeitpunkt der Wahl naht und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Agnieszkas beste Freundin Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet. Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka.

Meine Meinung

Als mir das erste Mal „Das dunkle Herz des Waldes“ ins Auge gesprungen ist, war schnell klar, dass ich es lesen musste. Die Kurzbeschreibung klang märchenhaft und ich hoffte eine gute Prise Liebe wäre auch mit dabei. Und ja, nach dem Lesen des Buches kann ich sagen, es war eigentlich genau das, was ich auch erhofft hatte. Aber leider konnte mich die Umsetzung nicht gänzlich überzeugen.

Der Anfang war sehr vielversprechend. Naomi Novik hat einen sehr fantasievollen Schreibstil. Es war sehr märchenhaft und ich hatte das Gefühl, dass Elemente aus vielen verschiedenen Märchen einen kleinen Platz in der Geschichte gefunden hatten. Allerdings muss ich sagen, dass man einen langen Atem haben muss um „Das dunkle Herz des Waldes“ zu lesen. Zumindest ich musste mich stellenweise schon arg konzentrieren um der Geschichte folgen zu können. Besonders Abends kurz vom Einschlafen habe ich immer mal wieder den Faden verloren, weil der Schreibstil doch recht ausschweifend ist. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin jede Szene besonders liebevoll herausarbeitet hat. Das muss an sich nichts schlechtes sein und ich in diesem Fall war ich doch beeindruckt über den Einfallsreichtum der Autorin, aber wie schon bereits gesagt, braucht man dabei auch einen langen Atem um am Ball zu bleiben. 

Die wirklich vielen verschiedenen Figuren waren sehr facettenreich und jeder hatte eine besonders Eigenschaft und eine bestimmte Rolle in der Geschichte. Ich mochte Agnieszka direkt von Anfang an und den Charakter des „Drachen“ fand ich besonders gut gelungen. Beide haben während des Buches eine Entwicklung gemacht, die nicht übereilt war und somit authentisch auf den Leser gewirkt hat. Ganz besonders spannend und interessant fand ich die Idee hinter dem „Dunklen Wald“ und wie genau alles zusammen hing. Da ich nicht spoilern möchte, werde ich natürlich nicht verraten, was sich dahinter verbirgt und wie alles am Ende aufgeklärt wird. Ich war jedenfalls angenehm überrascht.

Fazit

Mit „Das dunkle Herz des Waldes“ präsentiert Naomi Novik eine Geschichte, die sehr fantasievoll und märchenhaft ist. Allerdings braucht man auch einen langen Atem um am Ball zu bleiben, weil es stellenweise vielleicht ein wenig zu fantasievoll und ein klein wenig ausschweifend war. Märchenfans werden aber sicherlich große Freude mit diesem Buch haben.

3,5/5 Punkte

cbj Verlag - engl. Original "Uprooted" - Übersetzt von Marianne Schmidt - HC (576 Seiten) - 17,99 EUR - Verlagsseite - Amazon  

1 Kommentar:

  1. Hallo, ich habe es ähnlich empfunden. Ich kam mit dem Schreibstil nicht zurecht. Ich folge dir jetzt, finde deinen Blog nämlich supi.

    LG Nadine

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