Juli 16, 2016

Rezension | Fiona Barton | Die Witwe

Wunderlich | BR (432 Seiten) | Einzelband | 16,99 EUR | Verlagsseite

Inhalt

Die Frau.
Jean Taylor führt ein ganz normales Leben in einer englischen Kleinstadt: Sie hat ein hübsches Haus und einen netten Ehemann. Glen und sie führen eine gute Ehe.

Der Mann.
Dann kommt der Tag, der alles ändert: Sie nennen Glen jetzt das Monster. Er soll etwas Unsagbares getan haben. Und Jeans heile Welt zerbricht.

Die Witwe.
Jetzt liegt Glen auf dem Friedhof, und Jean ist frei. Frei, das Spiel endlich nach eigenen Regeln zu spielen ... 
Jean Taylor wird uns sagen, was sie weiß.



Erster Satz

Ich höre die knirschenden Schritte auf dem Weg.

Meine Meinung

Ich habe zwischendurch immer mal wieder Lust auf einen richtig tollen Thriller. Am liebsten sind mir die Psychothriller, bei denen man am Ende mit klopfenden Herzen, nassen Händen und offenem Mund da steht. „Die Witwe“ ist leider keines dieser Bücher. Das Buch ist kein Überraschungsei, sondern nur die Hülle davon. Der Inhalt ist relativ leer und das Bisschen was sich darin befindet war leider fad. 

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von der Witwe, der Journalistin, dem Polizisten, der Mutter und dem Ehemann erzählt. Dazu gibt es Zeitsprünge. Mal gibt es Kapitel aus der Vergangenheit, dann aus der Gegenwart. Und am Ende läuft alles zu einem großen ganzen Bild zusammen. Man muss ein Freund solch einem Erzählstil sein, um „Die Witwe“ zu mögen. Ich mag solche Zeitsprünge eigentlich recht gerne, steigern sie doch die Spannung. Nur dass es hier leider nicht geklappt hat. 

Zwar hat es Fiona Barton geschafft besonders zu Anfang mich doch zu fesseln, weil ich unbedingt wissen wollte, was mit der kleinen Ella passiert ist und wie alles denn nun zusammenhängt. Allerdings verflog nach dem ersten anfänglichen Reiz bald das Lesevergnügen. Es zog sich, von Spannung war lange Zeit nichts zu sehen. Ich würde „Die Witwe“ als ruhigen Kriminalroman einstufen. Die vielen verschiedenen Figuren konnte mich ebenfalls nur schwerlich begeistern. Es fühlte sich alles sehr fad und mau an.

Und dann kam das Ende. Zum Schluss hin steigerte sich die Spannung dann doch und ich hoffte sehr, dass Frau Barton das Ruder nochmal rumreißen würde und mir ein Wow-Ende bereiten würde, dass mich aus den Socken hauen wird. Bekommen habe ich ein laues Lüftchen bis mittelschwere Böe. Ich saß am Ende da und fragte mich, was das sollte und wofür ich dieses Buch gelesen habe. Es gehört leider zu den schlechtesten Thriller, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Fazit

Leider war „Die Witwe“ von Fiona Barton für mich eher mau bis lau. Ich habe einen spannungsgeladenen Thriller erwartet, der mich am Ende mit offenem Mund, rasendem Herzen und schweißnassen Händen zurück lässt. Bekommen habe ich einen ruhigen Kriminalroman, der sich zog und Figuren, die langweilig und blas waren. Der Vergleich zu „Girl on the Train“ hätte mich wahrscheinlich schon warnen müssen, denn das hatte ich abgebrochen.

2/5 Punkte

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