Dezember 10, 2015

Rezension | Tammy Cohen | Während du stirbst

Blanvalet Verlag | TB (416 Seiten) | Einzelband | 9,99 EUR | Verlagsseite

Inhalt

Drei Dinge gibt es über Jessica Gold zu wissen: Sie ist neunundzwanzig Jahre alt, sie hat eine Knopfphobie, und sie wurde entführt. Von einem Fremden, der sie zwölf Tage lang in seiner Wohnung gefangen hält, sie mit perfiden Grausamkeiten quält, sie angekettet in einer Hundehütte am Fuß seines Bettes schlafen lässt. Und jeden Tag überreicht er seinem Opfer ein Geschenk – eines grausamer als das nächste –, bis Jessica am zwölften Tag sicher weiß: Der Mann wird sie töten. Doch Jessica hat ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt …

Erster Satz

Es kann gut sein, dass ich schon tot bin, wenn Sie das hier zu Ende gelesen haben. 

Meine Meinung

Als ich „Während du stirbst“ das erste Mal entdeckt hatte, war für mich klar, dass ich das Buch lesen musste. Die Kurzbeschreibung hat mich sofort angesprochen und ich hatte richtige Lust auf einen genialen Psychothriller, der wirklich böse war. Teilweise habe ich von „Während du stirbst“ auch bekommen, was ich mir erhofft habe. Aber leider auch nur teilweise.

Sobald ich angefangen habe zu lesen, war es genau das, was ich erwartet und erhofft habe. Ein Psychothriller, der auch wirklich Psycho war. Ich habe teilweise richtige Gänsehautschübe gehabt, die dem, was ich da gelesen habe. Es ist so aufgebaut, dass die Geschichte aus der Sicht von Jessica Gold erzählt wird in Form eines Tagebucheintrages, zumindest der erste Teil des Buches. Zwischendurch gab es dann Passagen aus der Sicht von Kim, der leitenden Polizistin. Teilweise war das Erzählte schockierend, ekelerregend und manchmal absolut creepy. Unheimlich nicht in dem Sinne von Horror, sondern wenn man sich bewusst gemacht hat, was Jessica während ihrer Entführung alles erleben musste und wozu ihr Entführer fähig war. Der erste Teil von „Während du stirbst“ war ein absoluter Psychothriller, wie man es nur wünschen kann.

Doch dann kam der zweite Teil. Und alles, was man vorher gedacht hat zu wissen. Und alle möglichen Szenarien, wie die Geschichte hätte ausgehen können, wurde völlig auf den Kopf gestellt. Und genau diese neue Richtung hat bei mir leider nicht funktioniert. Das hat für mich dem ganzen Buch einen faden Beigeschmack verpasst, auch wenn es natürlich eine durchaus nicht schlechte Idee von der Autorin war. Es gab dann viele überraschende Entwicklungen und Verwicklungen, die ich überhaupt nicht habe kommen sehen. Und es hat natürlich zum Lesevergnügen beigetragen, aber nach dem ersten - für mich grandiosen - Teil, war der zweite Teil nicht mehr überzeugend.

Auch die Auflösung ganz am Ende des Buches bzw. wie „Während du stirbst“ generell geendet hat, war für mich alles andere als überzeugend. Es blieb eher ein großes Fragezeichen, wo man sich fragt, was genau die Autorin uns jetzt denn damit sagen woltle. Man hatte zudem ein wenig das Gefühl, dass Tammy Cohen den sich anbahnenden Konflikten aus dem Weg gegangen ist. Das hat dem Ganzen nochmals eine Dämpfer verpasst. Wirklich schade, da der erste Teil der Geschichte mehr als fesselnd war und es ein grandioser Psychothriller hätte werden können.

Fazit

Der erste Teil von „Während du stirbst“ von Tammy Cohen war ein grandioser Psychothriller, der genau das geboten hat, was ich mir erhofft hatte. Einen Psychothriller, der wirklich fesselnd und böse war. Doch dann kam der zweite Teil und gab dem Buch eine Richtung, die für mich leider absolut nicht überzeugend war. Auch das Ende war mehr ernüchternd und gab einen zusätzlichen Dämpfer. Was ein grandioser Psychothriller hätte werden können, ist für mich leider nur noch Mittelmaß.
3/5 Punkte

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