September 15, 2015

Rezension | Leigh Bardugo | Grischa - Eisige Wellen

Carlsen Verlag | HC (448 Seiten) | #2 | 18,90 EUR | Siege and Storm | Verlagsseite

Inhalt

Nur weg aus Rawka – das ist Alinas und Maljens einziger Gedanke nach dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem Zufluchtsort jenseits der Wahren See erreichen sie die Gerüchte: Der Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden hat. Denn um seine Macht ins Unermessliche zu vergrößern, braucht er ihre Hilfe – ob freiwillig oder nicht.

Erster Satz

Früher, lange bevor sie die Wahre See befuhren, hatten der Junge und das Mädchen immer wieder von Schiffen geträumt: Schiffe, randvoll mit Geschichten, verzauberte Schiffe mit Masten aus wohlriechendem Zedernholz und mit Segeln aus purem Gold, von Jungfrauen gesponnen.

Meine Meinung

Auch mit dem zweiten Band „Eisige Wellen“ konnte mich Leigh Bardugo begeistern. Obwohl ich den ersten Band „Goldene Flammen“ schon vor einiger Zeit gelesen hatte, hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Es war erneut mitreißend, wie die Welt der Grischas, des Dunklen und vielen anderen mystischen Wesen auferstanden ist. Rau und unberechenbar wie im ersten Band und doch voller Leben und magisch. 

Was mich aber am meisten an den Büchern von Leigh Bardugo verzaubert und einfach nur fasziniert ist die märchenhafte Atmosphäre gepaart mit den Fantasy-Elementen. Ihr bildgewaltiger Schreibstil, der mein Kopfkino auf Hochtouren laufen lässt. Von der ersten bis zur letzten Seite. Ich mag ihre Art zu schreiben. Das Dunkle, das Melancholische und das Märchenhafte. Ihre Figuren haben Ecken und Kanten, sind menschlich - zumindest teilweise - und haben Fehler. Und mit jeder gelesenen Seite wachsen sie einem immer mehr ans Herz. All das zusammen ergibt für mich ein unvergleichliches Leseerlebnis, da ich in eine wundervolle neue Welt eintauchen kann.

Das Lesen von „Eisige Wellen“ war ein Auf und Ab der Gefühle. Ich konnte zu keinem Zeitpunkt sagen, wohin die Geschichte wirklich gehen würde. Viele überraschende Wendungen, einige Missverständnisse auf Seiten der Protagonisten und das angehaucht Märchenhafte haben den zweiten Band für mich zu einem wahren Pageturner gemacht. Ich habe mich in der Geschichte verloren und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. 

Alina und Maljen sind zwei Charaktere, die ich bereits im ersten Band sehr ins Herz geschlossen habe. Und auch in „Eisige Wellen“ haben sie einige Hürden zu überwinden, sodass ich oft mit ihnen gelitten habe. Leigh Bardugo versteht es wirklich das kleine Leserherz leiden zu lassen. Aber auch einige neue Figuren haben deutlich zum Lesevergnügen beigetragen. Es war eine mehr als gelungene Mischung. Versehen mit Humor, Leichtigkeit und doch einer steten Ernsthaftigkeit. Die Autorin hat auch hier wieder einmal ihr meisterhaftes Können bewiesen. 

Der Showdown am Ende hat es wahrlich in sich. Er lässt den Leser atemlos zurück und auch wenn es kein allzu schlimmer Cliffhanger ist, so möchte man am liebsten direkt zum Abschlussband „Lodernde Schwingen“ greifen. Auch wenn es dann vorbei sein wird. Ich bin mir sicher, dass Frau Bardugo nicht enttäuschen wird.

Fazit

Auch mit dem zweiten Band „Eisige Wellen“ konnte mich Leigh Bardugo vollkommen begeistern und mich erneut verzaubern. Ein abwechslungsreicher Plot, liebevoll heraus gearbeitete Charaktere und eine Atmosphäre, die nicht nur magisch ist, sondern den Leser ab der ersten Seite in den Bann zieht. Rau und unberechenbar und gleichzeitig märchenhaft magisch und bildgewaltig. Ein unglaubliches Lesevergnügen auf ganzer Linie!

5/5 Punkte

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