September 18, 2015

Rezension | Julie Heiland | Bannwald

Fischer Verlag | HC (352 Seiten) | #1 | 16,99 EUR | Verlagsseite

Inhalt

Ich hasse den Wald. Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen. Er tut so, als wäre er mein Zuhause. Aber das ist er nicht. Er ist mein Gefängnis.

Sie können nicht töten – als Anhänger der weißen Magie erschaffen sie nur. Seit Generationen lebt der friedliche Stamm der Leonen gefangen im Wald, gewaltsam unterdrückt vom Stamm der mörderischen Tauren. 
Als die 17-jährige Robin auf den jungen Tauren Emilian trifft, ist sie sich sicher, dass er sie töten wird. Doch Robin gelingt es zu fliehen – scheinbar. Erst später wird ihr bewusst: er hat sie laufen lassen. Warum? 
Als Robin dann ein Reh mit der bloßen Kraft ihrer Gedanken tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Was ist mit ihr? 
Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind.

Erster Satz

Ich hasse den Wald.

Meine Meinung

Mit ihrem Debütroman „Bannwald“ hat mich Julie Heiland positiv überrascht. Es war anders als ich zu Anfang vermutet habe. Und dieses „anders“ ist für mich auch der größte Pluspunkt des Buches, da es aus der Masse heraussticht. Die Welt, die Frau Heiland hier erschaffen hat, hat mich in den Bann gezogen. Ich bin selbst ein Waldkind und war von der Atmosphäre in Buch begeistert. Dieses Dunkle, Gefährliche und Mysteriöse war stets präsent und hielt somit die Spannung relativ konstant. Auch die Fantasy-Elemente haben deutlich zum Lesevergnügen beigetragen. 

Ich hatte kurze Startschwierigkeiten, weil ich einfach das Gefühl hatte, dass zumindest zu Anfang ein doch recht flottes Tempo vorgelegt wurde. Der Leser wird mitten ins Geschehen geworfen. In einen Weltentwurf, der mir persönlich noch zu undurchsichtig erschien. Der Stamm der Leonen und die Tauren werden zwar ausreichend erklärt. Auch wie es dazu gekommen ist, dass die Tauren über die Leonen herrschen. Die anderen Sternenstämme sind mir allerdings immer noch mehr oder weniger ein Rätsel. Vielleicht spielt es ohnehin keine allzu Rolle in der Zukunft, aber dadurch hatte man das Gefühl etwas zu verpassen. 

Robin ist ein sehr eigenwilliger Charakter. Ich mochte sie direkt von Anfang an. Auch die anderen Figuren des Stammes der Leonen waren eindeutig Sympathieträger. Besonders das Machtgefälle zwischen den beiden Stammen ist der Autorin gut gelungen. Als Leser leidet man mit Robin und ihrer Familie. Emilian dagegen war mir anfangs ein Rätsel. Und ich muss auch ehrlich gestehen - auch wenn die Autorin die Beweggründe von ihm am Ende erklärt - so war es für mich ebenfalls ein wenig übereilt um vollständig glaubwürdig zu sein. Aber das Miteinander der Beiden hat mir einige nervenaufreibende Lesestunden beschert, sodass ich in diesem Punkt versöhnlich gestimmt wurde.

Dazu kommt noch der Schreibstil der Autorin. Außergewöhnlich, vielleicht zu Anfang auch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Kurze Sätze, die stellenweise abgehackt wirken. Und doch entfalten sie eine starke Sogwirkung. Sobald man anfängt zu lesen, kann man nicht mehr aufhören. Allerdings hatte der Schreibstil leider auch eine kleinen Nachteil. Die Gefühle der Protagonisten war so für mich nicht immer ganz nachvollziehbar, weil es so den Anschein hatte, dass es einfach zu schnell ging. Die Emotionen gingen dabei teilweise leider verloren. 

Der Showdown am Ende hatte es wahrlich in sich. Nervenaufreibend und auch emotional. Am liebsten würde man direkt zum zweiten Band „Blutwald“ greifen um zu erfahren, wie es denn nun weitergehen wird. Die Geschichte hat noch einiges an Potential und ich bin gespannt, wohin die Autorin uns noch hinführen wird.

Fazit

Mit „Bannwald“ ist Julie Heiland ein außergewöhnlicher Debütroman gelungen, der es verstand mich in den Bann zu ziehen. Abgesehen von einigen kleinen Punkten konnte mich die Geschichte um Robin und Emilian überzeugen und mir einige nervenaufreibende Lesestunden bescheren. Zudem bin ich begeistert von dem außergewöhnlichen Schreibstil der Autorin.

4/5 Punkte

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