Juni 03, 2013

[Rezension] Gabrielle Zevin - Bitterzart

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: FISCHER FJB
ISBN-10: 384142130X
Preis: 16,99 EUR
eBook: 14,99 EUR
Reihe: 1/3
Erscheinungsdatum: 25. April 2013
Originaltitel: Birthright 1: All these things that I've done

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Inhalt:

Ein Mädchen zwischen High School und Verbrechen, zwischen Liebe und Verantwortung

New York 2083: Wasser und Papier sind knapp, Kaffee und Schokolade sind illegal. Smartphones sind für Minderjährige verboten und um 24 Uhr ist Sperrstunde. Die Balanchine Familie ist das Zentrum des illegalen Schokoladenhandels in New York. Doch die Eltern von Anya Balanchine sind bereits tot, und Anya ist mit 16 Jahren das Familienoberhaupt. Sie kümmert sich um ihre Geschwister und die kranke Großmutter, und versucht, sie alle möglichst aus dem illegalen Familiengeschäft rauszuhalten.
Von ihrer ersten großen Liebe Win kann sie sich allerdings nur sehr schwer fernhalten, dabei ist er ausgerechnet der Sohn des Oberstaatsanwaltes – ihres schlimmsten Feindes…

„Komm, wir gehen direkt zu meinem Vater“, sagte Win plötzlich.
„Und sagen ihm was?“
„Dass unsere Liebe so stark ist, dass er sie nicht verbieten kann.“

Eine Familie wie die Corleones, eine Liebe wie in Romeo und Julia – der erste Band der einzigartigen neuen Serie von US-Bestsellerautorin Gabrielle Zevin

Der erste Satz:

Am Abend bevor ich in die elfte Klasse kam - ich war so gerade sechszehn - sagte Gable Arsley, er wolle mit mir schlafen.

Meine Meinung:

Anya Balanchine hat es bisher wahrlich nicht leicht in ihrem Leben gehabt. Mit 16 Jahren ist sie das Oberhaupt ihrer Familie, da sie viel zu früh und gewaltsam ihre Eltern verloren hat. Sie gehört der berühmten Balanchine-Familie an, die ein Imperium mit illegalem Schokoladenhandel erschaffen hat.

Anya setzt alles daran um ihre Geschwister zu beschützen und so wenig wie möglich aufzufallen. Als Win in ihr Leben tritt, verändert sich alles. Denn Win's Vater ist niemand anderes als der neue Oberstaatsanwalt, der beschlossen hat die Straßen von New York wieder sauber zu machen. Doch Win ist auch der, der ihr Herz erobert hat. Für wen wird Anya sich entscheiden? Für ihre Familie oder ihre Liebe?

Als ich angefangen habe "Bitterzart" zu lesen, war ich zunächst ein wenig erstaunt, weil ich etwas komplett anderes erwartet habe. Wobei ich dieses "anders" auch nicht genau benennen könnte. Vielleicht weil das Buch, obwohl eine Dystopie, sich nicht wirklich wie eine liest. Nach ein paar Seiten war mir dann klar, dass dieses Buch eben durch seine Andersartigkeit, seine Besonderheit, hervorsticht und zumindest mich überzeugt und wirklich gut unterhalten hat.

"Bitterzart" liest sich eher wie ein Tagebuch, da das Buch aus der Ich-Perspektive von Anya geschrieben ist. Ich habe mir manchmal während des Lesensvorgestellt, dass Anya, bereits eine alte Frau, ihre Geschichte uns Lesern rückblickend erzählt. Eine Lebensgeschichte, die in meinen Augen unheimlich bewegend ist. Und doch erzählt Anya diese stets mit einer Prise Witz und unvergleichbaren Charme.

Es war alles sehr authentisch und die Familie, Anya und ihre Geschwister, waren mir auf Anhieb sympathisch. Insbesondere Leo, der große Bruder von Anya, hat mich im Sturm erobert. Es war unheimlich emotional und sehr, sehr bewegend ihn kennen zu lernen. Ich hatte so manches Mal Tränchen im Augenwinkel.

Aber auch wenn "Bitterzart" aus der Ich-Perspektive erzählt wird, bleibt dennoch ein gewisse Distanziertheit, etwas Unnahbare und nur schwer zu greifendes. In meinen Augen macht genau dies das Buch aus. Es ist diese Mischung aus der Nähe durch die Ich-Erzählung und der gleichzeitigen Unnahbarkeit des Buches.

Zudem schafft es Gabrielle Zevin nie ihre Leichtigkeit zu verlieren. Trotz schwerer Thematik macht es Spaß Anya durch ihre Welt zu begleiten. Natürlich lässt eine Romeo-und-Julia-Liebesgeschichte fast jedes (Frauen-)Herz etwas höher schlagen.

Wobei man noch erwähnen sollte, wer bei diesem Buch Gefühle á la himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt sucht, wird eher enttäuscht sein. Denn auch die Liebe zwischen Anya und Win hat stets etwas Unnahbares. Aber wie ich schon bereits erwähnt habe, hat genau dies für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

Fazit:

Ich habe "Bitterzart" mit großem Vergnügen gelesen und bin begeistert von Anya. Ich werde mit Sicherheit auch den Folgeband "Edelherb" lesen, der im Oktober diesen Jahres erscheint.

4/5 Punkte

Über den Autor:

Gabrielle Zevin hat in Harvard Literatur studiert und lebt in Los Angeles. Sie hat bereits mehrere Romane sowie Drehbücher verfasst. Ihre Bücher wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Quelle: Fischer Verlag

1 Kommentar:

  1. Ui mal eine positive Rezension zu dem Buch! Ich denke ich werde es auch noch lesen, trotz der vielen negativstimmen, um mich selbst zu überzeugen ;)

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