Februar 03, 2013

[Rezension] Anna Carey - Eve & Caleb: Wo Licht war

Broschiert: 299 Seiten
Verlag: Loewe Verlag
ISBN-10: 3785571038
Preis: 8,95 EUR
Reihe: 1/3
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Originaltitel: Eve

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Inhalt:

Wie überlebst du, wenn du vor allem fliehen musst, was du kennst? Seit ihre Mutter während der Großen Seuche vor 16 Jahren gestorben ist, lebt Eve in einem Mädcheninternat. Hier wird sie zu einem wertvollen Mitglied der neuen Gesellschaft ausgebildet glaubt sie zumindest. Als Eve erkennt, wie sehr sie und die anderen Mädchen ausgebeutet werden sollen, flieht sie. Doch auf ein Überleben in der Wildnis und auf die Flucht vor den Soldaten des Neuen Amerikas ist Eve nicht vorbereitet. Unerwartet hilft ihr Caleb, ein junger Rebell. Kann Eve ihm trauen? Sie weiß, die Soldaten werden die Suche nicht aufgeben, und Caleb ist ihre einzige Möglichkeit zu überleben. Sie muss ihr Leben in die Hände eines Fremden legen.


Der erste Satz:

Als die Sonne hinter der fünfzehn Meter hohen Außenmauer unterging, waren alle Schülerinnen der Zwölften auf dem Rasen vor der Schule versammelt.

Meine Meinung:

Eine Seuche, die vor 16 Jahren fast die komplette Menschheit ausgelöscht hat, hat die Welt, wie wir sie kennen verändert. Frauen und Männer leben getrennt voneinander und nicht nur das. Das jeweils andere Geschlecht wird als Feind angesehen.

So wächst Eve mit viele anderen Mädchen, die, so wie sie, Waisen sind, in einem Internat auf. Ziel der Mädchen ist es in die Stadt aus Sand zu kommen um dort einen Beruf zu erlernen. Doch kurz vor ihrem Abschluss erfährt Eve, dass in Wahrheit alles eine einzige Lüge ist. Hals über Kopf flieht sie vor ihrem Schicksal in die Wildnis und muss nun ums nackte Überleben kämpfen. Dass sie dabei ausgerechnet Hilfe von einem Jungen, Caleb, erhält, lässt ihre Welt noch mehr ins Wanken bringen. Doch kann sie wirklich einem Mann trauen?

"Eve & Caleb - Wo Licht war" ist der Auftakt zu einer dystopischen Trilogie, der mich trotz einigen kleinen Schwächen überzeugen konnte.

Schon von der ersten Seite an, konnte ich in die Welt, die Anna Carey erschaffen hat, eintauchen und hatte auch keinerlei Schwierigkeiten mich in dieser zurecht zu finden. Eher war ich von Anfang an mitten drin in der Geschichte und habe Eve sehr gerne auf ihrer Reise begleitet. Durch den Schreibstil der Autorin, der locker, leicht und einem Jugendbuch angemessen ist, sind die Seiten nur so verflogen.

Eve ist keine typische Sympathieträgerin, eher im Gegenteil. Sie macht viele Fehler, sodass ihr Verhalten leicht ins Unverständliche abdriften kann. Bei mir war dies nicht der Fall. Ich konnte ihre Verhaltensweise sehr gut nachvollziehen. Jahre lang wurde ihr ein gewisses Verhalten und auch eine Einstellung zu ihrer Welt eingetrichtert und diese Denkweise lässt sich nur schwer wieder ablegen. Auch sind ihr die weitreichenden Konsequenzen, die dadurch entstehen, nicht immer klar. Natürlich haftet ihr dadurch etwas Naives an, was irgendwo ja auch zutrifft, aber ganz ehrlich? Das macht sie für mich so menschlich.

Einen Kontrast zu Eve bieten die anderen Protagonisten in dem Buch. Sie sind alle sehens- und lesenswert. Auch sorgen sie für die ein oder andere Überraschung, positiv und negativ. Ich hoffe, dass wir einige in den Folgebänden noch besser kennen lernen dürfen.

Der Plot an sich ist nicht unbedingt etwas Neues, dennoch kam bei mir zu keinem Zeitpunkt Langeweile oder Langatmigkeit auf. Ich konnte sogar gar nicht mehr aufhören zu lesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Eve & Caleb weiter gehen wird. Auch wenn es im Verlauf der Geschichte vielleicht ein paar Schönheitsflecken gegeben hat, wurde ich dennoch ungemein gut unterhalten.

Es gibt für mich nur einen größeren Kritikpunkt an dem Buch und zwar das Ende. Es war für mich nicht wirklich stimmig, eigentlich sogar eher unlogisch. Gut, es lässt viel Raum für Spekulationen bezüglich der Folgebänder, was auch die Neugierde und Vorfreude steigert, aber dennoch war es ein kleiner Dämpfer für das Lesevergnügen. Selbst ich als Eve-Fan hätte ich sie gerne mal durch und wach gerüttelt.

Nichtsdestotrotz hat die Trilogie um Eve & Caleb eindeutig Potenzial, auf welches wir hier im ersten Band schon mal einen leichten Vorgeschmack erhalten haben. Ich will definitiv mehr!

Fazit:

Ein ungemein interessanter Auftakt mit viel Potenzial für die Folgebänder, der mir einige äußerst unterhaltsame Lesestunden beschert hat. Zwar mit einigen Schwächen, bei denen man aber ruhigen Gewissens ein Auge zudrücken kann.

4/5 Punkte

Über den Autor:

Anna Carey wuchs in Long Island auf und wollte als Kind Malerin, Staatsanwältin, Flötistin, Physiotherapeut oder Grafikdesignerin werden. Sie entschloss sich schließlich, Bücher zu schreiben, da sie als Autorin alle ihre Kindheitsträume verfolgen konnte. Sie studierte Literatur und Kreatives Schreiben an der New York University und arbeitete als Lektor für Kinder- und Jugendbücher. „Wo Licht war“ ist ihr erster Jugendroman.

Quelle: Loewe Verlag

Vielen lieben Dank an Lies & Lausch und den Loewe Verlag für dieses Leseexemplar

Kommentare:

  1. Eine tolle Rezi!
    Das Buch klingt richtig gut und ich habe auch schon sehr viel Positives dazu gelesen. Es ist mal auf meine Merkliste gewandert. :)

    LG
    Lilly

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  2. Die Leseprobe zum Buch hat mir ganz gut gefallen und das Cover finde ich echt klasse, daher will ich das Buch unbedingt lesen. Ich find's vor allem klasse, dass es mal eine Dystopie im Softcover gibt ;)
    Es klingt zwar so, als sei Eve zwischenzeitlich eine recht anstrengende Protagonistin, ansonsten macht deine Rezension aber echt Lust. Danke dir, möglicherweise entdecke ich es demnächst ja mal im Buchladen!

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