August 07, 2012

[Rezension] Marion Henneberg - Die Tochter des Münzmeisters

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN-10: 3548269605
Preis: 9,95 EUR
eBook: 8,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: 9. September 2009

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Inhalt:

Goslar im 11. Jahrhundert: Die junge Hemma, Tochter des Vogts, muss nach der Enteignung der Familie und dem Tod des Vaters durch die Hand eines adligen Verehrers aus Not den Sohn des örtlichen Münzmeisters heiraten. Gleich bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt Hemma. Ihre Tochter Henrika wächst ohne Mutter bei dem sie liebevoll umsorgenden Vater auf. Als Henrika sich in einen Gefolgsmann des Königs verliebt, erlangt sie Zugang zu gesellschaftlichen Kreisen, in denen sich auch der Mörder ihres Großvaters bewegt …

Der erste Satz:

He, mach das Tor auf!

Meine Meinung:

Henrika wächst bei ihrem Vater, Clemens, dem Münzmeister, auf. Zusammen mit ihrer Großmutter leben die drei ein einfaches und bescheidenes Leben. Doch Henrika weiß, dass es etwas in ihrer Vergangenheit gibt, worüber die Beiden schweigen. Die Vergangenheit über ihre Mutter, Hemma, die bei ihrer Geburt gestorben ist.  Eine Vergangenheit die schlimmer ist als Henrika es sich je vorzustellen vermag.

Als der König einer Ehe mit Henrika zustimmt, die der Sohn des Mannes sich wünscht, welcher für das Leid ihrer ganzen Familie verantwortlich ist, versucht ein Mann dies mit aller Macht zu verhindern - Randolf. Als damaliger Knappe der Familie und heutiger Vertrauter des Königs, weiß er um das Geschehene und warnt die Familie. Als Henrika die ganze Wahrheit erfährt, möchte sie nichts mehr als den Ruf ihrer Familie wieder herzustellen. An ihrer Seite Randolf, der selbst einen Schwur zu erfüllen hat...

"Die Tochter des Münzmeisters" ist mein zweiter Roman von Marion Henneberg und ich bin wieder mal einfach nur begeistert, wie bereits zuvor beim Buch "Das Amulett der Wölfin".

Die Autorin hat es geschafft, das Goslar des 11. Jahrhunderts vor meinen Augen entstehen zu lassen. Die Schreibstil von Marion Henneberg ist wunderbar zu lesen. Er entführt den Leser auf eine Reise, sodass man praktisch selbst auf einem Pferderücken sitzt oder in einen Kampf verwickelt ist und dem Blutrausch verfallen ist. Zu keinem Zietpunkt kommt es in diesem Buch auch nur im entferntesten zu Langatmigkeit, obwohl es sich in diesem Buch eher um den geschichtlichen Aspekt, als um die Liebesgeschichte, dreht.

Gewürzt wird dieses Buch mit Rückblenden, die eine Geschichte in der Geschichte erzählen. Schon allein diese Rückblenden sind ein pures Lesevergnügen, da sie die Spannung nochmals steigern. Nach und nach erfährt der Leser mehr was damals wirklich in der Vergangenheit geschehen ist. Wie kleine Appetithäppchen, die die Lust auf den Hauptgang steigern.

Die verschiedenen Charaktere waren alle liebevoll heraus gearbeitet. Besonders Henrika, Randolf und auch Goswin, Henrikas Onkel, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe sie unheimlich gerne auf ihrer Reise in die Zukunft und durch die Vergangenheit begleitet.
Aber auch Hemma war eine tolle Figur in dem Buch. Eine starke Frau, die ein wirklich tragisches Schicksal hatte. Dazu kommen noch viele Nebenfiguren, die die Geschichte nochmals abrunden.

Natürlich gab es auch in diesem Buch Personen, die typische Antihelden sind. Marion Henneberg hat ein Händchen für diese Charaktere, sodass sie mehr als glaubhaft sind und man nicht anders kann, als ihnen Antipathie entgegen zu bringen.

Das Ende lässt den Leser Atemlos zurück. Schlag auf Schlag geschehen die Ereignisse, sodass die Seiten nur so verfliegen. Am Ende war ich mehr als zufrieden, auch wenn eine Nebenfigure sich vielleicht nicht ganz nach meinem Geschmack entwickelt haben.

Fazit:

Ich hatte ein paar wirklich tolle und spannende Lesestunden, die nur so verflogen sind. Mein nächstes Buch der Autorin "Die Entscheidung der Magd" werde ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch wieder verschlingen.

5/5 Punkte

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