Juni 15, 2012

[Rezension] Antonia Michaelis - Der Märchenerzähler

Gebundene Ausgabe: 446 Seiten
Verlag: Oetinger
ISBN-10: 3789142891
Preis: 16,95 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Februar 2011

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Inhalt:

Geliebter Mörder? Atemlos spannend - ein Meisterwerk von Antonia Michaelis.
Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? Ein temporeicher Thriller und ein zu Herzen gehende Liebesgeschichte lässt nicht los! Eindrucksvoll, begeisternd und abwechslungsreich - eine ganz neue Antonia Michaelis. 

Der erste Satz:

Blut.

Meine Meinung:

Anna ist nicht unbedingt ein Mädchen, dass direkt auffällt. Sie ist eher schüchtern und zurück haltend. In der Schule gut und zu Hause gibt es nie Probleme mit ihr. Bis sie im Pausenraum eine Puppe findet.
Mit dieser Puppe fängt alles an, denn sie gehört Abel Tannatek, auch genannt der polnischen Kurzwarenhändler.

Aus unerklärlichen Gründen ist Anna vom ihm fasziniert, von dem distanzierten Jungen, der etwas Seltsames und Anziehendes ausstrahlt.
Nach und nach findet Anna den wirklichen Abel - Den Märchenerzähler. Abel, der sich um seine kleine Schwester kümmert, der sich um alles kümmert. Jedoch ist nicht immer alles heiler Sonnenschein im Land der Märchen und die Realität ist immer nur einen Augenblick entfernt und holt die Beiden schneller ein als es Anna lieb ist - bis es zu spät ist.

Mein allererster Gedanke, nach dem ich den letzten Satz gelesen habe, war ein großes, erschütterndes und herzergreifendes Wow!

Die Geschichte fängt langsam an, keine lauten Töne oder grelle Farben. Man wird in die Geschichte hinein gesogen, Stück für Stück, Seite für Seite. Eine so düstere, geheimnisvolle Welt, die abgelöst wird durch wunderbare, einzigartige und märchenhafte Passagen. Eine genau auf den Punkt gebrachte Mischung. Melancholisch und so voller Fantasie.

Es sind keine gewöhnlichen Figuren, die in diesem Buch daheim sind. Es sind Charaktere, die auf voller Linie überzeugen, überraschen und erfreuen. Die hinter jedem Satz und jedem Gedanken, eine weitere Geschichte erzählen. Sie sind so tiefgründig und vielschichtig, genau wie dieses ganze wundervolle Geschichte. Es steckt so vieles mehr, als es auf dem ersten Blick, vielleicht scheinen mag.

Das Ende ist brutal. Lässt einen vollkommen sprachlos zurück. Voller Fragen, die jedoch schon längst beantwortet sind. Es lässt den Leser in melancholischer Stimmung zurück, nachdenklich, ja fast schon untröstlich und das alles im positiven Sinne. Nie hat man sich mehr ein Paralleluniversum gewünscht, wie am Ende dieses Buches.

Fazit:

Ich bin sprachlos, geschockt, begeistert und tief beeindruckt von dem Märchenerzähler.
Eine ungewöhnliche, düstere Geschichte, die einen unbeschreiblichen Sog entfaltet und den Leser nicht mehr loslässt. Ich kann nur schwer in Worte fassen, was dieses Buch für einen unglaublichen Eindruck bei mir hinterlassen hat.

Jedoch ist meiner Meinung, die Altersangabe von 14 Jahren ein wenig zu niedrig angesetzt. Ich würde es eher Lesern ab 16 empfehlen.

5/5 Punkte

Kommentare:

  1. Ich habe schon viel gutes von dem Buch gehört, ich glaub das muss ich mir zum Geburtstag wünschen ;)

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    1. Das ist auf jeden Fall ein guter Wunsch *gg*

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  2. Der Märchenerzähler war letztes Jahr mein absolutes Highlight :-)

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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    1. Ja, für mich wird es dieses Jahr auch eines meiner Highlights sein!

      Liebste Grüße
      Kate

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