März 06, 2012

Tabitha Suzuma - Forbidden

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Oetinger
ISBN-10: 3789147443
Preis: 17,95 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: August 2011

Leseprobe? Kaufen?

Inhalt:

Eine große Liebe voller Leidenschaft und gegen alle Vernunft Die sechzehnjährige Maya und ihr ein Jahr älterer Bruder Lochan kümmern sich um ihre drei jüngeren Geschwister, während ihre Mutter sich dem Alkohol und ihrem Liebhaber zuwendet. Verzweifelt versuchen die beiden, ihre Familie zu erhalten und kommen sich dabei immer näher. Sie wissen, was der andere denkt und fühlt, geben sich Halt und sind sich gegenseitig Trost. Eines Tages wird mehr aus ihrer Beziehung. Maya und Lochan wissen, dass sie etwas Verbotenes tun, aber ihre Gefühle sind stärker und sie können nicht mehr ohne den anderen sein. Denn: Wie kann sich etwas Falsches so richtig anfühlen? Sensibel und eindringlich erzählt Tabitha Suzuma von einer bedingungslosen Liebe über alle Grenzen hinweg. Ein Tabuthema, dass bewegt, fesselt und lange nachklingt.

Der erste Satz:

Ich starre auf die kleinen, reglosen, verbrannten, schwarzen Körper, die das abblätternde Weiß des Fensterbretts sprenkeln.

Meine Meinung:

Abartig, pervers, gegen die Natur, Gesetzeswidrig, Unvorstellbar, das waren meine Gedanken als ich das erste Mal von "Forbidden" gehört habe - und dann las ich dieses Buch!

Locha und Maya lieben sich. Eine außergewöhnliche, tiefe, über alle Grenzen überschreitende Liebe zwischen zwei Teenager. Eine Liebe, die nicht sein darf. Eine Liebe zwischen Bruder und Schwester.

Locha und Maya wachsen nicht wie ganz normale Kinder auf. Eine Mutter, die sich die Jugend zurück wünscht, Alkoholabhängig und fast nicht vorhanden ist. Der Vater schon vor langer Zeit abgehauen. Ein pubertierender Bruder, zwei noch kleinere Geschwister, Schule und der Haushalt. Das alles und noch viel mehr müssen Locha und Maya bewältigen.
Sie sind nicht wie Bruder und Schwester. Sie sind Partner. Halten ihre eigene kleine Familie zusammen. Geben sich gegenseitig Halt. Es war schon immer so. Wenn sie sich haben, dann wird alles gut. Sie verstehen sich ohne Worte. Der eine weiß, was der andere denkt und fühlt. Eine innerliche Verbindung, die über alles andere geht.

Und ganz plötzlich sind da noch andere Gefühle. Gefühle, die nicht sein dürfen, die verboten sind. Sie sind doch Bruder und Schwester. Sie kämpfen dagegen an, doch wie kann man gegen etwas kämpfen, was sich so gut und richtig anfühlt? Sie tun niemanden weh. Nur sich selber, wenn sie ihre Liebe nicht ausleben können. Also warum es nicht einfach tun? Eine gefährlich Zeit, gefährlich aber doch so erfüllend. Was kann denn schon passieren?

Ich hatte keine genau Vorstellung davon, wie dieses Buch sein wird. Wie das Tabuthema Inzest, eine Liebe zwischen Bruder und Schwester, behandelt wird. Wie man als Autor dem Leser die Gefühle und Gedanken vermitteln will, da man doch schon eine ganz klare Einstellung zu dem Thema hat, zumindest ich. Schon von Klein auf, sagt einem die Gesellschaft, dass es nicht sein darf. Es ist verboten und gegen jedes Gesetz. Eine unvorstellbare Sache. Abartig und pervers.

Umso überraschter war ich, wie sehr mich dieses Buch berührt hat!
Ich habe gelitten und mir immer wieder gesagt, es darf einfach nicht, es ist verboten. Auf der anderen Seite habe ich es mir für die Beiden so sehr gewünscht, dass sie zusammen sein können. Dass sie nicht Bruder und Schwester wären. Ihre Liebe leben können. Doch sie sind nun mal Bruder und Schwester. Es ist gesetzlich verboten. Es hat Konsequenzen.

Eine ungewöhnliche häusliche Situation, die zwei Teenager zu Elternersatz macht. Die Verantwortung für die restliche Familie übernehmen. Man kann nur Mitleid für die Beiden empfinden. Und wenn sie sich so sehr lieben und ohne den anderen nicht leben können, eine so starke Verbindung spüren, wenn etwas so Falsches, sich so richtig anfühlt, warum sollte es dann nicht erlaubt sein?

Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, hat sich meine Denkweise zu diesem Thema doch stark verändert. Natürlich es hat genetische Folgen, wenn Bruder und Schwester Kinder zeugen, doch lässt man diesen Aspekt mal bei Seite, dann bleiben nur noch zwei Menschen, die sich von ganzem Herzen lieben. Und was ist so schlimm daran? Wenn man es so betrachtet, dann nichts. Auch eine homosexuelle Ehe ist mittlerweile erlaubt und auch dies war nicht immer so. Warum dann nicht eine Liebe zwischen Bruder und Schwester?

Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und ich musste so einige Tränen vergießen, als ich las, was mit Locha und Maya geschehen ist, wie sich alles für die Beiden entwickelt hat. Mit gemischten Gefühlen habe ich angefangen dieses Buch zu lesen und mit verwirrten Gefühle habe ich es zu Ende gelesen. Verwirrt, weil es alles, was ich bisher gedacht und angenommen habe, in Frage stellt. Ich war sehr berührt, habe mitgelitten, alles andere vergessen und am Ende nur noch gehofft!

Fazit:

Ein Buch, das bewegt, zum Nachdenken anregt und noch sehr lange nachklingen wird!

5/5 Punkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen